Islandtour 2002 - ein Traum wird wahr!!!



Wer träumt nicht davon, einmal in seinem Leben nach Island zu reisen und das Land unserer Pferde, der Elfen und Trolle, der Wasserfälle und Geysire hautnah zu erleben??? Träumen, dachten wir uns -- das kann jeder -- aber diese Träume Wirklichkeit werden zu lassen ist viel besser!!!

Gesagt, getan:
Vor ca. einem Jahr begannen meine Freundin Sonja, die vor einigen Jahren der Pferde und der Liebe wegen nach Island ausgewandert ist, und ich (Danja) mit der Planung. Was am Anfang noch bloße Träumerei und Spinnerei war, nahm relativ schnell klare Formen an - eine vielseitige Route, sowie ein interessantes Rahmenprogramm wurde erarbeitet. Aber wer durfte mitfahren??
Da wir hier auf Gut Wertheim ein Islandpferdegestüt mit angeschlossener Reitschule betreiben, war relativ schnell klar, dass wir mit einigen Reitschülern zusammen fahren wollten. Damit auch sattelfeste Kinder und Jugendliche mitfahren konnten, boten wir die Fahrt als Pauschalreise an! Zu guter Letzt bestand unsere Gruppe aus 5 Erwachsenen und 8 Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Lui
Leider fiel kurz vor Reisebeginn Marion wegen eines Bandscheibenvorfalls aus, kurzerhand sprang Christine als Ersatz ein.
Dieses kam Lui, Sonja's Hund, zugute. Sonja musste sich schweren Herzens von ihm trennen, denn einige Wochen bevor wir nach Island gefahren sind, hat er beim Schafe treiben ein Schaf in die Hacken gezwickt. In Island werden solche "Straftäter" erschossen! Christine hat ihn dann nach Deutschland geholt und nun wohnt Lui in Höxter. Und nun durfte er mit zu Sonja nach Island fahren!
Die vielen Telefonate, vor allem zur Abreise hin, nahmen drastisch zu (wann geht der Zug, kannst Du mein Pali mit unter die Dusche nehmen und mitbringen, kannst Du meine neue Reithose einpacken, ich könnte sie ja erst Freitag abholen und Samstag fliegen wir... Farina, wir fliegen schon am Freitag!). Die Flugtickets, die auf dem Sofa gelegen hatten, fanden sich auch nach endloser Suche im Müll wieder.

Freitag, 02. August 2002
Christine, Andrea, Katha, Farina, Linn, Fritzi, Ulrich und Danja trafen sich in Altenbeken am Bahnhof, um die erste Reiseetappe zum Düsseldorfer Flughafen in Angriff zu nehmen.
In Düsseldorf stießen dann noch Beate, Maria und Alexa zu unserer Gruppe.
Christiane und Kalina waren schon 5 Tage vor uns gen Island gestartet, worum wir sie alle glühend beneideten.

Bahnhof Altenbeken
Je näher der Abflug kam, desto stiller wurden unsere Mädels, selbst unseren "Insidern" Katha, Farina, Linn & Fritzi, die normalerweise nicht auf den Mund gefallen sind, hatte es die Sprache verschlagen. Sie liefen aber wieder zu Höchstform auf, sobald sie isländischen Boden unter den Füßen hatten.

Ulrich
Nur Ulrich, unser "Volvic-Man", war etwas schweigsam. Das wunderte aber niemanden, denn der Arme musste die ersten drei Tage ohne Gepäck verbringen, was zur Folge hatte, dass er manchmal etwas seltsam gekleidet war.
Nach endlosem Warten verbrachten wir den Rest der Nacht in der Heilsarmee Reykjaviks.

Heilsarmee

Samstag, 03. August 2002

Wasserfall
Abends kamen wir nach einer Sightseeingtour durch Reykjavik bei Sonja und Haukur auf Hvammur 2 im schönsten Tal Islands, dem Vatnsdalur, an.
Nach endlosen Diskussionen um die Zimmerverteilung, dem ersten Anhören der mitgebrachten Shakira - CD, die uns während des gesamten Aufenthaltes laut Haukur verfolgte, kehrte nach einem leckeren Abendessen erst einmal Ruhe ein.

Islands schönstes Tal

Sonntag, 04. August 2002
Jetzt ging es dann endlich los mit unserer heiss ersehnten Reittour:
Nach dem Zusammentreiben der Pferde in einem Pferch, wurde für jeden das erste Reittier von Haukur und Helgi gefangen.
Nach kurzem Putzen, dieses war auf unserer Tour die große Ausnahme, bei späteren Pferdetäuschen wurde isländisch geputzt (einmal mit der Hand über den Rücken wischen) starteten wir im strömenden Regen.
Unser erstes Etappenziel war Pingeyrar, welches wir nach einer Flussdurchquerung und mehreren Pferdewechseln erreichten.

Helgi und Haukur
Dort verbrachten die Pferde die Nacht und wir wurden wieder nach Hvammur gebracht, allerdings erst nach einer Reitshow in der Reithalle von Blönduos, bei der mehrere Landsmotpferde zu sehen waren. Eine Stute durften wir auch selbst reiten...

Montag, 05. August 2002

vor der Bootsfahrt
Als erstes stand eine Bootsfahrt auf dem Programm, bei der wir Papageientaucher und Robben beobachten konnten. Wale haben wir leider keine getroffen!
In Pingeyrar hieß es dann fertig machen für den bevorstehenden Ritt. Wir kamen uns alle ein wenig vor wie die Müllmänner in unseren orangen und gelben Ölhosen und Jacken, die uns allerdings vor der vollständigen Durchweichung bewahrten und auch die Seedurchquerung überhaupt möglich machten.

Ölhosen
Isländische Männer (Männer!!!) verzichten allerdings auf Regenkleidung.
Die Pferde verbrachten die folgende Nacht auf den Weiden von Haukur's Opa.

Andrea und Pyrill
Andrea und Danja kamen an diesem Tag in den Genuss, Helgi's Pferde reiten zu dürfen.
Danja verlor dabei ihr Herz an Stulka sowie später auch an Pokkadis.
Andrea begegnete ihrem vierbeinigen "Schatz" Pyrill zum ersten Mal. Wer weiss, vielleicht folgt er ihr ja noch nach Deutschland, doch ins "Handgepäck" hat er leider nicht gepasst.

Danja und Pokkadis

Dienstag, 06. August 2002
Wir hatten wir eine relativ leichte Strecke über Schotterpisten vor uns und kamen abends in Ásar an einem Schafspferch am Svinavatn an, wo die Pferde die Nacht verbrachten.

Mittwoch, 07. August 2002
An diesem Morgen hieß es Rucksack packen und Schwimmzeug nicht vergessen, da wir an diesem Abend nicht wie gewohnt nach Hvammur zurückkehrten, sondern die Nacht in Áfangi im Hochland verbringen sollten.

Áfangi



Hängerfahrt
Reiten im Hochland ist für an deutsches Gelände gewöhnte Reiter ein ziemlich heikles Unterfangen, vor allem, wenn man sehr lange Beine oder ein sehr kleines Pferd hat, da die Frostbeulen einem sehr gerne "Beinchen stellen".
Es gibt da allerdings Leute, die können besser reiten als laufen - Pausen waren gefährlich! Gut dass wir immer von unserer Beate mit Taschentüchern versorgt wurden, wenn wir mal wieder bei Sicherheitsstufe 000 aufs "Naturklo" gingen!
Für "gute Luft" sorgten Christine's "Fisherman's Friends" - vielen Dank!
Nach Versorgung der Pferde fuhren wir dann auf dem Anhänger, der vorher noch Silo transportiert hatte, zu unserem Nachtlager. Nach dem Grillen und einem Bad im Hot Pot ließen wir den Abend dann bei isländischen Liedern ausklingen.

Reiten im Hochland



Hot Pot
Da Danja, Andrea und Beate im Laufe dieses Tages endgültig zu "Helgi's Special Friends" aufstiegen, meinte er, dass wir doch die Nacht in seinem Zimmer verbringen müssten. Aber wir sind ja alle artig und haben schön in den eigenen Betten genächtigt.

Donnerstag, 08. August 2002
Wir wachten mit etwas gedrückter Stimmung auf - es war der letzte geplante Reittag aus dem Hochland zurück nach Hvammur. Aber das kann man ja ändern, dachten sich Danja, Andrea, Maria, Alexa, Beate, Christiane und Kalina und verlängerten ihren Islandaufenthalt um eine weitere Woche.

Freitag, 09. August 2002
Wir begleiteten die Heimreisenden Katha, Linn, Fritzi, Farina, Christine und Ulrich auf der Fahrt nach Keflavik.

Geysir
Erster Halt war das Blanda - Wasserkraftwerk, welches aber nicht für alle von Interesse war. In Hveravellir gingen Christine und Christiane im strömenden Regen in einer heißen Quelle baden. Katha und Linn entdeckten dort einen Mann und befürchteten, er sei nackt. Da er Deutsch sprach, konnte er sie aber beruhigen.
Wir bestaunten den Gullfoss und den Geysir, von denen es jetzt unendlich viele Fotos gibt - nicht wahr, Maria?

Gulfoss
Weiter ging die Fahrt, mit freilaufenden Pferden - und Schafherden ( Andrea: "Da ist ein Schaf!" ) auf der Straße.
In Pingvellir machten wir einen Zwischenstop und nutzen die Zeit für einen kleinen Spaziergang.
Unser geplanter Besuch in der "blauen Lagune" drohte durch diese Zwischenstops ins Wasser zu fallen, da die blaue Lagune um 21.00 Uhr schließt. Aber Isländer sind ja nette Menschen, so dass wir zumindest noch kurz baden gehen konnten.

Pingvellir
Dann hieß es Abschied nehmen, und nicht nur die Heimreisenden waren traurig, wurde doch unsere tolle Gruppe auseinandergerissen.

Samstag, 10. August und Sonntag, 11. August 2002
Samstag und Sonntag hatten die Pferde frei und wir nutzten die Zeit zum relaxen, schlafen, dem Besuch eines Autorennens, zum Wäsche waschen ( vielen Dank an Andrea und Maria ) sowie zum Islandpullis kaufen.
Am Sonntag bekam unsere Gruppe dann Verstärkung von Barbara und Christine.

ab Montag, 12. August 2002
Ab Montag startete die Tour in umgekehrter Reihenfolge, ein nennenswertes Highlight waren der zweite Besuch in Áfangi und die Sache mit der Deutsch-Isländischen Verständigung:
  • Maria verzweifelte schier an einer Unterhaltung mit Vikingur, mit dem könnte man
        ja nicht reden, er würde ja gar nicht antworten... Ganz klar, wenn man sagt:
        "Your horse is very fast!"
  • Leon's (3 Jahre alt) verzweifelte Versuche, sich verständlich zu machen, dachte sein
        Vater doch: Ewwe abba Klo hieße "ich bin cool".
  • Alexa's: Give me a "Tuch" please.

  • Spannend waren auch die wilden Spekulationen um die frühmorgendlichen Spaziergänger namens Beate und Helgi.

    Wir erinnern uns außerdem gerne an:
  • Beate's und Andrea's "Na Chrund?"
  • Linn's Starbesetzung als Schornsteinfeger!

  • Andrea und Danja
  • Marshmallowkakao und "Gummibärchensaft" während der Pausen
  • Maria für ihre Erläuterungen, dass es in Island auch Shettys und große Pferde gibt
  • Farina für die Verteidigung von Ástrikur (Asterix), der nunmal eher wie Obelix
        aussah und ihr den Namen "Hinkelsteinchen"einbrachte
  • Christine's Fragen nach dem Anstehen vor der Toilette: "Klo, bist Du bereit?"
  • Alexa's Feststellung, dass die Stute ja gar kein Fohlen hat. Kein Wunder, es war
        ja auch der Hengst!

  • Donnerstag, 15. August 2002
    Nun ging es dann leider wieder Richtung Heimat, auch wenn einige von uns schon Pläne schmiedeten, auszuwandern!

    Fest steht auf jeden Fall: Nächstes Jahr fahren wir wieder!!!